Hilfsgüter statt Truck Grand Prix – Nürburgring hilft bei der Katastrophe –

Das Ahrtal und auch andere Teile in der Eifel, in Hagen sowie in Süd-Holland und Ost-Belgien wurden durch eine Hochwasserkatastrophe heimgesucht. © Fotos Ridder Feuerwehr Ahrweiler und Ralf Beyer

Viele Menschen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen hat das Unwetter hart getroffen. In weiten Teilen der Eifel ist der Katastrophenfall ausgerufen worden.
Die Bilder und Nachrichten, die uns aus der Region und von Mitarbeitern erreichen, sind nur schwer zu ertragen. In diesen schweren Stunden, in denen Leid, Verlust und Ungewissheit dominieren, rücken wir als Region zusammen.
Alle verfügbaren Rettungskräfte sowie viele Mitarbeiter und technisches Gerät des Nürburgrings sind in der Region unterwegs, um zu helfen, wo geholfen werden kann. Unsere Gedanken sind bei den Menschen, die Angehörige und Freunde, die ihr gesamtes Hab und Gut verloren haben.

© Archiv blick aktuell

Aufgrund der aktuellen Notsituation kann der Int. ADAC Truck-Grand-Prix inkl. TruckSymposium und Innovation-Talk an diesem Wochenende nicht stattfinden.

Der diesjährige Truck-Grand Prix sowie das Truck-Symposium fielen aus. Auf dem ‚Ring Boulevard‘ wurden Hilfsgüter gesammelt und im Fahrerlager wurde ein Sammelpunkt für die Unfallhilfskräfte eingerichtet © Ridder

Nürburgring GmbH hilft

Eine solche Meldung hatte ich eigentlich aufgrund der Meldungen in den Medien schon erwartet. Also die Seite vom Nürburgring angeklickt:
Für Motorsport-Fans, wird der Nürburgring in diesen Tagen zur Anlaufstelle für die Betroffenen der Hochwasser-Katastrophe in der Eifel. Im Event-Center am Ring-Boulevard wurde am Donnerstagabend eine Sammel- und Ausgabestelle für Hilfsgüter eingerichtet, die 24 Stunden am Tag besetzt ist.
Am Donnerstag-Nachmittag hatte der Nürburgring bereits den am Wochenende geplanten Truck-Grand-Prix abgesagt, weil Rettungskräfte, Mitarbeiter und technisches Gerät im besonders betroffenen Landkreis Ahrweiler im Einsatz sind. Auch die Touristenfahrten auf der Nordschleife wurden für dieses Wochenende gestrichen.
Unterdessen zeigten sich auch die Teams der Truck-Europameisterschaft solidarisch, die bereits zum Nürburgring angereist waren. Sie spendeten nicht nur Essen und Getränke an die Freiwillige Feuerwehr Adenau und das Deutsche Rote Kreuz, sondern übernahmen zum Teil auch selbst die Versorgung der Helfer.

Der diesjährige Truck-Grand Prix sowie das Truck-Symposium fielen aus. Auf dem ‚Ring Boulevard‘ wurden Hilfsgüter gesammelt und im Fahrerlager wurde ein Sammelpunkt für die Unfallhilfskräfte eingerichtet. © Ridder

Hilfe sagte auch das Lindner-Hotel am Nürburgring zu. Menschen, die ihre Wohnung oder ihr Haus verloren haben, können vorübergehend kostenlos im direkt am Nürburgring gelegenen Hotel oder dem wenige Kilometer entfernten Ferienpark eine Unterkunft finden. Taxiunternehmen in der Region bieten kostenlose Fahrten zu Notunterkünften an.
Starkregenfälle hatten am Mittwoch in weiten Teilen der Eifel, besonders aber im Ahrtal, zu verheerenden Überschwemmungen geführt. Im Landkreis Ahrweiler wurde der Katastrophenfall ausgerufen. Bis Freitagmorgen wurden in ganz Rheinland-Pfalz 52 Todesopfer gezählt (mittlerweile über 100), zahlreiche Menschen werden noch vermisst.

Die Bilder und Nachrichten, die uns aus der Region und von Mitarbeitern erreichen, sind nur schwer zu ertragen. In diesen schweren Stunden, in denen Leid, Verlust und Ungewissheit dominieren, rückte die Region um den Nürburgring und im Ahrtal zusammen.

Die wunderschöne Altstadt von Ahrweiler wurde durch die Wassermassen zerstört – vorher und nachher. Das Bild zeigt den Fluss Ahr mit normalen Wasserstand. © Ridder und Feuerwehr Ahrweiler

Alle verfügbaren Rettungskräfte sowie viele Mitarbeiter und technisches Gerät des Nürburgrings sind in der Region unterwegs, um zu helfen, wo geholfen werden kann.
Aufgrund der aktuellen Notsituation kann der Int. ADAC Truck-Grand-Prix inkl. TruckSymposium und Innovation-
Talk an diesem Wochenende nicht stattfinden.
Die Hilfsbereitschaft ist bewundernswert, auch wenn die vielen Helfer Menschenleben nicht ersetzen können und auch nicht das Leid der Betroffenen. Aber, Hilfe tut trotzdem gut.
Klaus Ridder


Zur Erinnerung – es gab in der Vergangenheit immer wieder Hochwasserkatastrophen im Ahrtal.

Es wird nach der verheerenden Flutkatastrophe in diesem Jahr wieder Stimmen geben, die das Ereignis auf die „menschengemachte“ Klimaveränderung zurückführen – dies ist in der derzeitigen Klimadiskussion wohl die einfachste Erklärung.

Schaut man allerdings auf die Historie der Hochwassersituation an der Ahr, so kommt man zu einem erstaunlichen Ergebnis: Es gab im Verlaufe von vielen Jahrhunderten immer wieder Überschwemmungen mit vielen Toten und großen Zerstörungen. Ich möchte aus den zahlreichen Berichten die 2 größten Ereignis hervorheben.

Fluthochwasser 1910 im Ahrtal

Hochwasser der Ahr 1804.

Im gesamten Einzugsbereich der Ahr verursachte das Unwetter und das anschließende Hochwasser riesige Sachschäden und forderte 63 Menschenleben. 129 Wohnhäuser, 162 Scheunen und Stallungen, 18 Mühlen, 8 Schmieden und nahezu alle Brücken, insgesamt 30, wurden von den Wassermassen weggerissen.

Hochwasser der Ahr 1910

Das Hochwasser der Ahr 1910 war wohl das größte Hochwasser. Die Katastrophe forderte insgesamt 52 Menschenleben, zumeist Bahnarbeiter. Diese wurden teilweise mit ihren Baracken fortgerissen und ertranken. Alle Ortschaften in den Tälern des Trierbach, Adenauerbach und der oberen und mittleren Ahr erlitten erhebliche Schäden, nahezu alle Brücken wurden zerstört.

Offensichtlich muss etwas geschehen – aber was? Sicher wird der Versuch, das Klima schützen zu wollen, um dadurch solche Katastrophen zu verhindern, der falsche Weg sein. Das Geld, das für den angeblichen Klimaschutz ausgegeben wird – und das sind jährlich Milliarden, sollte besser den Unfallopfern und Maßnahmen für die Schadensbeseitigung zu Gute kommen.

Klaus Ridder, Siegburg