ZKM-Archive | Zwei Ausstellungen in Kooperation mit HfG und KIT Karlsruhe

Mira Schendel: Grafische Reduktionen, Stuttgart 1967, ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe, Bibliothek Max Bense und Elisabeth Walther-Bense / ZKM-01-0001-W-1024

Karlsruhe. Das Archiv des ZKM (Zentrum für Kunst und Medien) Karlsruhe,  zählt zu den größten Medienkunstarchiven weltweit. Es umfasst Vor- und Nachlässe bedeutender Vertreterinnen und Vertreter der Videokunst, der computerbasierten Künste, der Klangkunst, elektronischen Musik und intermedialer Experimente. Allein das audiovisuelle Archiv umfasst etwa 25.000 Videobänder, rund 5.000 Audiobänder und etwa 330 Filme, das musikalische Audioarchiv umfasst annähernd 9.100 Titel. Im Juli eröffnen nun zwei Ausstellungen, die in Auseinandersetzung mit den Archiven entwickelt wurden. Die Konzeption erfolgte in Kooperation mit der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe (HfG) und dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

Bode Studio 1981
Studio von Harald Bode, ca. 1981, Harald Bode Archiv, ZKM | Karlsruhe

„Antennae | Frequenzen aus dem Archiv“

„Antennae: Frequenzen aus dem Archiv“ startet am Donnerstag, 18. Juli und wird bis zum Sonntag 24. November gezeigt. Personen, Künstlerinnen und Künstler bilden den Ausgangspunkt für diese Ausstellung, die historische Zukunftsszenarien in den Blick nimmt. Ausgehend von Beständen des ZKM-| Archivs untersucht das Kooperationsprojekt von HfG und ZKM, wie Zukunft imaginiert, projiziert oder praktiziert wurde. Indem sie sich zwischen Dokumenten, Videos und Geräten hin- und herbewegt, webt die Präsentation ein Netz von Erzählungen und Verbindungen zwischen den einzelnen Archivalien. Die Ausstellung lädt dazu ein, im sensorischen und politischen Sinne zu hören, was im Archiv enthalten ist, was ausgelassen wird und was möglich sein könnte. Entwickelt wurde sie von der Seminargruppe „Antennae to Feel-Think-Know“ des Fachbereichs Ausstellungsdesign und Szenografie (ADSZ) der HfG und von Nick Aikens (HfG) sowie Céline Condorelli (HfG) im Dialog mit Felix Mittelberger (ZKM) kuratiert.

Scan Elisabeth Walther
Max Bense und Elisabeth Walther-Bense, ca. 1970, © Nachlass Elisabeth Walther-Bense, ZKM

Wegweisende Werke der Kunst publiziert

Man liest wieder rot. Experimente in Text und Bild“, diesen Titel trägt die Ausstellung, die von Donnerstag, 25. Juli bis Sonntag, 25. August präsentiert wird. Das ganze in Kooperation mit dem Institut Kunst- und Baugeschichte des KIT Karlsruhe. In der Kunstbuchreihe „Rot“ versammelten Elisabeth Walther-Bense (1922–2018) und Max Bense (1910–1990) über einen Zeitraum von beinahe vier Jahrzehnten Experimente konkreter und visueller Poesie, Computergrafik und Semiotik. Die Schau widmet sich den Interessen und Tätigkeitsfeldern dieser beiden an der TH Stuttgart lehrenden Persönlichkeiten, die in den 1960er- und 1970erJahren in den kleinen, quadratischen, Heften der Reihe „Rot“ wegweisende Werke der Kunst und Literatur der europäischen und brasilianischen Avantgarde publizierten. (Titelbild)

Magalhães Bense Fotosammlung
Fotografien aus dem Nachlass von Elisabeth Walther-Bense, ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe

Kuratorische Praxis

Die Ausstellung fokussiert sich auf die Entwicklung der Kunstbuchreihe und die Geschichte ihrer Herausgabe. Neben den veröffentlichten Ausgaben werden auch erstmals nicht publizierte Entwürfe für weitere „Rot“-Hefte präsentiert. Konzipiert wurde die Ausstellung im Rahmen des Kooperationsseminars „Man liest wieder rot. Das von Eric Gellautz (KIT) und Felix Mitelberger (ZKM) geleitete Seminar, verbindet kunsthistorische Forschung mit archivarischer und kuratorischer Praxis. pk