„Bruderkuss“ zwischen Honecker und Breschnew machte sie berühmt

Barbara Klemm ist neue Preisträgerin des Folkwang-Preises. Foto: Nikolaus Schölzel  

Ihr Foto, der „Bruderkuss“ zwischen SED-Parteichef Honecker und Sowjetführer Breschnew (1979), ging vielfach um die Welt und machte sie berühmt. Nun erhält Barbara Klemm den mit 10.000 Euro ausgestatteten Internationalen Folkwang-Preis. Die Preisverleihung findet am 4. Oktober 2021 im Rahmen des festlichen Jahresempfangs des Museumsvereins statt.

Barbara Klemm zählt zu den bedeutendsten zeitgenössischen Fotografinnen Deutschlands. Dazu Ulrich Blank, Vorsitzender des Folkwang-Museumsvereins: „Barbara Klemm hat mit ihrem fotografischen Lebenswerk aus humanistischer und künstlerischer Perspektive zur Rezeption und Vermittlung von gesellschaftlichen Entwicklungen im Sinne der Folkwang-Idee entscheidende Impulse beigetragen. Sie hat damit die Etablierung der Fotografie als Kunstform jenseits ihrer Musealisierung entscheidend gefördert.“ Als eine Fotografin, die den Menschen in den Mittelpunkt rückt, habe Barbara Klemm politischem Handeln in Mitteleuropa fotografische Denkmäler gesetzt; auf fotografischen Reisen in andere Kontinente habe sie ein alternatives Bild außereuropäischer Kulturen in ideeller Verwandtschaft zu Karl Ernst Osthaus gezeichnet, so Ulrich Blank. Mit Weitblick und großer künstlerischer Integrität habe sie „ein breites Publikum in den demokratischen Massenmedien sensibilisiert und mit einfühlsamen Portraits vielen Menschen die Lebenswelten von Kulturschaffenden vermittelt und nahe gebracht.“

Barbara Klemm wurde am 27. Dezember 1939 in Münster/Westfalen geboren. Aufgewachsen in Karlsruhe absolvierte sie dort von 1955 bis 1958 eine Fotografenlehre in einem Portraitatelier. 1959 begann sie für die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) zu arbeiten, für die sie von 1970 bis Ende 2004 als Redaktionsfotografin mit Schwerpunkt Politik und Feuilleton tätig war. Seit 1992 ist sie Mitglied der Akademie der Künste Berlin-Brandenburg und seit 2000 Honorarprofessorin an der FH Darmstadt im Fach Fotografie am Fachbereich Gestaltung.
Mit dem Internationalen Folkwang-Preis, der vom Folkwang-Museumsverein seit 2010 herausgeben wird, werden Personen und Institutionen ausgezeichnet, die sich im Sinne des Museumsgründers Karl Ernst Osthaus in besonderer Weise für die Förderung und Vermittlung von Kunst an eine breite Öffentlichkeit verdient gemacht haben. Bisherige Preisträger sind Neil MacGregor (2010), Reinhold Würth (2013), Hans Ulrich Obrist (2015) und Okwui Enwezor (2017). pk

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