19 vielversprechende Projekte für den Deutschen Demografie Preis nominiert

Demografie Preis | Logo: ddn | Foto von Chris Lawton auf Unsplash | Collage @ KABINETT

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Wie lässt sich Arbeit gesund gestalten? Wie gelingt multikulturelle Vielfalt in Unternehmen und der Politik? Wie können Geflüchtete auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen? Wie kommen unterschiedliche Generationen in Dialog? Und wie bleiben ältere Menschen sozial integriert? Die Projekte, die für den Deutschen Demografie Preis 2024 nominiert sind, finden nachahmenswerte Antworten auf die drängenden Fragen des Fachkräftemangels, der Alterung der Gesellschaft und Integration. Sie präsentieren sich der unabhängigen Fachjury in einer digitalen Konferenz am 15. Mai. Die Preisträger*innen werden am 13. Juni im Rahmen einer festlichen Gala in Berlin ausgezeichnet.

Martina Schmeink, Geschäftsführende Vorständin Das Demographie Netzwerk | Copyright Martin Birkner
Martina Schmeink, Geschäftsführende Vorständin Das Demographie Netzwerk | Copyright Martin Birkner

Einmal im Jahr zeichnet der Deutsche Demografie Preis Projekte, Initiativen, betriebliche Programme oder Netzwerke aus, die sich in zukunftsweisender Art mit dem demografischen Wandel beschäftigen. „Wir werden den demografischen Wandel deutlich besser meistern, wenn wir gemeinsam Ideen entwickeln, sie teilen, umsetzen und die Effekte auf diese Weise multiplizieren. Der Deutsche Demografie Preis ddp kann und will genau das voranbringen”, unterstreicht Martina Schmeink, Geschäftsführerin von Das Demographie Netzwerk e.V. (ddn) in Berlin, das den Preis mit Deutsche Bahn, Bundesverband Deutsche Berufsförderungswerke, ING Deutschland, Siemens, ZEIT Akademie, BAHN-BKK, nextpractice-Institut und R+V Versicherung verleiht.

Digitale Unconference am 15. Mai 2024 – Sichtbarkeit für innovative Projekte

Die Verleihung des Deutschen Demografie Preises findet in diesem Jahr zum fünften Mal statt. Die Preise werden am 13. Juni 2024 in Berlin auf einer festlichen Gala übergeben. Bereits am 15. Mai findet die von der ZEIT Akademie ausgerichtete digitale Unconference statt. Hier stellen die Nominierten ihre Projekte den Fachjurys noch einmal persönlich vor. „Damit geben wir einer breiten Öffentlichkeit die Möglichkeit, die nominierten Initiativen kennenzulernen“, so Schmeink. Zum Abschluss der Unconference sind frühere Preisträger eingeladen. Zudem wird die Idee des Sonderpreises „NextPractice“ näher erläutert.  Die Teilnahme an der Unconference steht allen Interessierten offen.

Deutscher Demografie Preis Unconference

Der Deutsche Demografie Preis wird in den sechs Kategorien Diversity, Gemeinsam wirken, Lernen, Nachhaltigkeit, Gesundheit und Zukunft der Arbeit vergeben. Außerdem wird ein besonders zukunftsweisendes Projekt mit dem Sonderpreis „NextPractice” ausgezeichnet.

In diesem Jahr liefen rund 70 Bewerbungen für die sechs Kategorien ein. Die Projekte zeichneten sich allesamt durch beste Qualität und einen hohen Innovationsgrad aus. So hatten die Fachjurys die Qual der Wahl. Schließlich nominierten sie pro Kategorie drei Projekte, in der Kategorie „Gemeinsam wirken – Bündnisse schmieden” aufgrund der großen Menge der guten Einreichungen sogar vier Projekte.

In diesem Jahr liefen rund 70 Bewerbungen für die sechs Kategorien ein. Die Projekte zeichneten sich allesamt durch beste Qualität und einen hohen Innovationsgrad aus. So hatten die Fachjurys die Qual der Wahl. Schließlich nominierten sie pro Kategorie drei Projekte, in der Kategorie „Gemeinsam wirken – Bündnisse schmieden” aufgrund der großen Menge der guten Einreichungen sogar vier Projekte.

Nominiert für den Deutschen Demografie Preis 2023 sind:

Kategorie „Gelebte Diversity“

Ed. ZÜBLIN AG – Direktion Ost: Wir bauen mit Vielfalt
Um eine vielfältige Belegschaft mit Mitarbeitenden aus verschiedenen Nationalitäten zu schaffen, spricht die Ed. Züblin AG internationale Fachkräfte und Geflüchtete an und unterstützt sie mit dem Drei-Phasen-Modell. Noch im Heimatland gibt es Hilfe etwa beim Zusammentragen der nötigen Unterlagen, in Deutschland dann bei Unterkunft und Behördengängen und später (Phase 3) auch beim Familiennachzug.

Leb Bunt e.V.: Das Hallo Projekt
Senior innen und Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund in einer Win-Win-Situation zusammenzubringen, dafür steht das Hallo Projekt. Die Senior:innen sind weniger allein und isoliert, die Einwander:innen lernen besser Deutsch, die Integration wird leichter. Es entsteht ein generationenübergreifender und interkultureller Austausch. Die Lebensqualität für alle steigt.

Stadt Dessau-Roßlau: Dessau-Roßlau lebt Weltoffenheit und Vielfalt
Drei große Verwaltungen (Umweltbundesamt, Hochschule Anhalt und Stadtverwaltung) wollen den Standort Dessau-Roßlau gemeinsam vielfaltssensibel weiterentwickeln. Dafür realisieren sie für ihre Mitarbeitenden Schulungsreihen zum Thema Antidiskriminierung, einfache Sprache oder vielfaltssensible Verwaltung. Für Azubis gibt es den praxisorientierten Vielfaltsparcour.

Kategorie „Gemeinsam wirken – Bündnisse schmieden“

Innovationszentrum Niedersachsen GmbH: LINGA Wochen 2024
Der Nachwuchs forscht für das Alter – unter diesem Motto beteiligen sich seit 2010 fünf bis acht niedersächsische Hochschulen und bis zu 15 Studiengänge jährlich an den LINGA Wochen. Die Studierenden entwickeln dabei in kleinen Teams innovative Ideen zum demografischen Wandel: vom barrierefreien Strandkorb bis zum Café für den Wissensaustausch zwischen Jung und Alt.

Mütterzentrum Dortmund e.V.: Eulen & Lerchen – Ergänzende Kinderbetreuung
im elterlichen Haushalt zu Randzeiten
Die Betreuung zu Randzeiten ist entscheidend für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Das Mütterzentrum Dortmund hat eine Lösung:
Senior innen unterstützen ehrenamtlich berufstätige Eltern, deren Arbeitszeiten nicht mit den Öffnungszeiten der institutionellen Einrichtungen zu vereinbaren sind. Die geschulten Eulen (Spätdienst) und Lerchen (Frühdienst) betreuen die Kids zu Hause.

Phineo gAG: Initiative Zukunftsträger
Jugendlichen in multiplen Problemlagen den Weg in den Beruf zu ebnen dafür bringt die Initiative Zukunftsträger Schulen, Unternehmen, staatliche Stellen, zivilgesellschaftliche Organisationen am Übergang Schule-Beruf zu Bündnissen zusammen. Inzwischen konnten 52 Verbundakteure 5.200 Jugendliche erreichen und in 16 Formaten der Wissenvermittlung begleiten.

Wirtschaftsförderung Dortmund: to:DO – Dortmunds neue Arbeit
to:DO ist eine breit angelegte Kampagne und zugleich eine dauerhafte stadtgesellschaftliche Innovationsplattform zur Zukunftsgestaltung in und durch Arbeit für alle Generationen. Sie bringt Bürger innen, Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Bildungseinrichtungen oder Arbeitsagentur zusammen und identifiziert Stellhebel und To-do’s für ein zukunftsfestes Dortmund.

Kategorie „Lernen als Erfolgsfaktor“

Allgäu TopTeam Hotels: Allgäu AzubiTopHotels Akademie
Zehn Allgäuer Hotels schlossen sich zur Ausbildungsoffensive „Allgäu AzubiTopHotels” zusammen und entwickelten für ihre rund 100 Azubis die Allgäu AzubiTopHotels Akademie. Diese vermittelt durch eine externe Trainerin zusätzlich zu den Fachinhalten Kompetenzen in Persönlichkeitsentwicklung und -zielfindung, in Kommunikation, Teambuilding und Führung.

GOKA – ein Projekt der Neopera Business Consulting GmbH: GOKA Academy – Lernplattform für Agediversity & Nachhaltiges Arbeiten
Altersvielfalt ist kein Nice-to-have, sondern eine gute Lösung: Über die GOKA Academy können Mitarbeitende, Führungskräfte und Teams sich sowohl Basiswissen als auch Spezialkenntnisse rund um das Thema Altersvielfalt erarbeiten. Das Wissen steht „on-demand” als Selbstlernkurs mit Workbook und Transfertools zur Verfügung.

Tischlerei Raummodul GmbH: Raummodul Initiative – für mehr Vielfalt & Bildung im Handwerk
Handwerk zukunftssicher machen, indem der Arbeitsplatz zum Lebensraum wird: Das ist die Idee der Raummodul-Initiative. Durch flexible Arbeitszeiten, gemeinsame gesunde Mahlzeiten, angepasste Sportsessions entsteht eine inklusive, diverse Umgebung, in der verschiedene Lebensmodelle und Generationen voneinander profitieren, lernen und zusammenwachsen.

Kategorie „Nachhaltigkeit, ernst genommen“

Brose Fahrzeugteile GmbH & Co. KG: Remanufacturing-Programm
Das Remanufacturing-Programm („Reman”) des Automobilzulieferers Brose schenkt defekten E-Bike-Antrieben ein zweites Leben. E-Bike-Fahrer:innen können die Reman-Antriebe kaufen. Brose selbst erfährt mehr über die Nachhaltigkeitspotenziale der eigenen Erzeugnisse. Zugleich wird im Vergleich zu Neuproduktionen pro Einheit 50 Prozent CO2 gespart.

NG-International e.V.: Projekt Riffgarten
Aquaponik verbindet die Aufzucht von Wassertieren mit der Kultivierung von Gemüse oder Kräutern. Das hilft, eine wachsende Bevölkerung ressourcenschonend mit Lebensmitteln zu versorgen. Das Projekt Riffgarten entwickelt einen Aquaponik-Bausatz und Schulungsmaterialien für Schüler:innnen, Lehrer:innen und Student:innen, private Haushalte, Firmen oder Projekte.

Verband Region Rhein-Neckar: global.lokal.erleben – 17-Ziele Touren für Nachhaltigkeit
Anhand der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen hat der Verband Region Rhein-Neckar Erlebnistouren entwickelt, die Menschen generationenübergreifend für mehr Nachhaltigkeit in ihrem Alltag sensibilisieren und konkrete Einblicke in verschiedene nachhaltige Initiativen in der Metropolregion geben.

Kategorie „Vorbildlich bei Gesundheit“

Gesundheitsamt der Stadt Frankfurt am Main: Kultur auf Rezept
Insbesondere ältere Menschen vereinsamen zunehmend. Ein vom Gesundheitsamt der Stadt Frankfurt ausgestelltes „Rezept” will sie nun zur Teilnahme an für sie maßgeschneiderten kulturellen Aktivitäten gewinnen und dadurch ihre Einsamkeit mindern. Es kooperieren die Stadt, professionelle Künstlerinnen, Museen, Hausärzt:innen und Selbsthilfegruppen.

MAGs – München Aktiv für Gesundheit e.V.: PasSt – Stärkung des Psychischen Wohlbefindens in Ramersdorf
Wie und wo kann ich im eigenen Stadtteil etwas für meine seelische Gesundheit und für mein psychisches Wohlbefinden tun? Das Projekt „PasSt” im Münchner Stadtteil Ramersdorf vernetzt dafür Fachkräfte, Einrichtungen und Bewohner:innen in verschiedenen Lebensphasen und legt Grundlagen für eine bewohnerbeteiligende Angebotsgestaltung.

Scayan: Happy Cells Studie
Den Gesundheitszustand insbesondere von Blue-Collar-Workern positiv zu beeinflussen und damit auch ihr Risiko für nicht-infektiöse Erkrankungen zu senken, das ist das Ziel der Scayan-Gesundheitsförderung. Die Mitarbeitenden planen selbstbestimmt Modifikationen ihres Lebenstils, setzen diese um, messen den Fortschritt. So verbessert sich die Lebensqualität.

Kategorie „Zukunft der Arbeit“

Deutsche Bahn AG: Neuaufsatz der Strategischen Personalplanung (SPP) bei der Deutschen Bahn AG
In den nächsten zehn Jahren werden demografisch bedingt sehr viele Beschäftigte die Deutsche Bahn verlassen. Auf Basis eines Scopes von zirka 75.000 Personen analysiert SPP diesen betrieblichen demografischen Wandel unmittelbar. Daraus lassen sich dann personalstrategische Maßnahmen zur qualifizierten Nachbesetzung, Weiterbildung und Rekrutierung ableiten.

Senior Connect: Senior Connect
Bei Senior Connect bringt ein KI-basiertes Matching-System Senioren über 60 – basierend auf ihren Fähigkeiten, Interessen und persönlichen Wertenmit passenden Jobangeboten zusammen. So finden Senioren sinnstiftende Tätigkeiten, bleiben sozial integriert und finanziell unabhängiger.
Unternehmen profitieren von erfahrenen Fachkräften.

Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf: Arbeiten 5.0Harmonisierung von Dienstzeiten und Prozessen
Gesundheit zu fördern, Work-Life-Balance und die Zusammenarbeit zu verbessern – das will das Projekt “Arbeiten 5.0”. Es richtet sich an Pflegefachkräfte und pflegenahe Berufe. Unter anderem können die Mitarbeitenden durch flexibilisierte und freiwillige Schichtdienstzeiten innerhalb des Drei-Schicht-Systems ihre Dienste besser auf ihre individuellen Lebensbedarfe abstimmen.

Sonderpreis „NextPractice“

Bei der Preisverleihung am 13. Juni 2024 wird darüber hinaus ein Sonderpreis vergeben, der über alle Kategorien hinweg die zukunftsweisendste Idee im Umgang mit dem demografischen Wandel auszeichnet.

Über Das Demographie Netzwerk e.V. (ddn):
Das Demographie Netzwerk e. V. (ddn) ist ein gemeinnütziges Netzwerk von Unternehmen und Institutionen, die den demographischen Wandel als Chance begreifen und aktiv gestalten wollen. ddn wurde 2006 auf Initiative des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales und im Kontext der Initiative neue Qualität der Arbeit (INQA) gegründet. Die Mitglieder engagieren sich mit dem Anspruch „gemeinsam Wirken” und in kollaborativer Zusammenarbeit. In regionalen und überregionalen Foren, in digitalen und persönlichen Treffen bearbeitet das Netzwerk Themen wie Qualifizierung, Digitalisierung, Führung und Diversity. ddn initiiert, leitet und unterstützt Förder- und Forschungsprojekte zu den Themenfeldern des Netzwerks. Seit 2020 verleiht ddn den Deutschen Demografie Preis ddp.