Bundesverdienstkreuz an Dr. Friedemann Spicker aus Königswinter

Dr. Friedemann Spicker (Mitte) mit Landrat Sebastian Schuster (rechts) und Bürgermeister Lutz Wagner (links) | Urheber: Rhein-Sieg-Kreis

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Rhein-Sieg-Kreis (hei)Landrat Sebastian Schuster überreichte jetzt das Bundesverdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Dr. Friedemann Spicker aus Königswinter. Im Siegburger Kreishaus begrüßte er ihn mit Familie und Freunden sowie dem Bürgermeister von Königswinter, Lutz Wagner.  

Landrat Sebastian Schuster
Landrat Sebastian Schuster. Foto: Rhein-Sieg-Kreis

„Herr Dr. Friedemann Spicker hat durch sein jahrzehntelanges Engagement im kulturellen Bereich auszeichnungswürdige Verdienste erworben“, zitierte Landrat Sebastian Schuster die amtliche Ordensbegründung.

Der bis zu seinem Ruhestand als freier Wissenschaftler und Lehrer in der Erwachsenenbildung Tätige lebt seit über zwei Jahrzehnten in Königswinter. Seit zwanzig Jahren widmet sich Dr. Friedemann Spicker dem Aphorismus. Auf dem ersten Aphoristiker-Treffen 2004 trafen Spicker und Dr. Jürgen Wilbert als Aphoristiker, Autoren und Fachleute zusammen und strukturierten fortan weitere Aktivitäten und Vorhaben für diesen Bereich gemeinsam. „Zusammen mit Ihnen wurde auch Dr. Jürgen Wilbert geehrt, den ich heute auch hier, zusammen mit seiner Ehefrau, als Gäste begrüßen darf.“, begrüßte Landrat Sebastian Schuster auch den Weggefährten des gemeinsamen Lebenswerkes.

Schon 2005 begründete Dr. Friedemann Spicker gemeinsam mit Dr. Jürgen Wilbert das Deutsche Aphorismus—Archiv in den Räumen des Stadtmuseums Hattingen. Nur aufgrund rein ehrenamtlichen Engagements schafften sie es, ein umfangreiches Archiv für diese Literaturgattung aufzubauen. Seit jener Zeit finden alle zwei Jahre  Aphoristiker-Treffen statt. 2006 folgte die Gründung des Fördervereins mit inzwischen rund 100 Mitgliedern aus Deutschland und Europa.

Mit viel Einsatz entwickelten Beide umfangreiche Publikationen, wie etwa „Der Aphorismus in Westfalen“, der unmittelbar einen Nachfolger: „Der Aphorismus im Rheinland” nach sich zog und schließlich im Jahr 2021 in der Neuerscheinung „Der Aphorismus in Europa” mündete.  Hinzu kommt der europaweite Aphoristiker-Wettbewerb, der mit einer dotierten Preisverleihung verbunden ist – erster Preis ist der sogenannte “Hattinger Igel” – und Publikation der prämierten Aphorismen in Buchform. Nach und nach entstand in der Aphorismus-Bibliothek eine Sammlung mit Autorinnen und Autoren, die Aphorismen schreiben und Büchern, die sich mit dem Thema „Aphorismus” literaturwissenschaftlich auseinandersetzen. Ergänzt wird die Bibliothek um Originalbände, Gesamtausgaben mit aphoristischem Anteil, gebundene Kopien von nicht erhältlichen Exemplaren samt der zugehörigen Forschungsliteratur sowie um ein Archiv für ungedruckte Materialien und eine Datenbank. Zur Gründung der Bibliothek brachte Spicker selber sehr viele Bücher, Bände und Dokumente ein. Mehrere hundert Autoren sind im Archiv erfasst, und es verfügt über circa 3.500 bibliothekarische Einheiten. Mittlerweile ist diese Sammlung aus Platzgründen ein Teil der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf geworden.

Im Jahr 2014 gründete Spicker zusammen mit seiner Frau Angelika die Aphorismus-Stiftung Spicker-Wendt unter dem Dach des Gymnasial- und Stiftungsfonds zur Förderung von Studierenden und Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern der Literaturwissenschaften mit speziellem Fokus auf dem Forschungsgebiet des Aphorismus und verwandter literarischer Kleinformen. Darüber hinaus engagiert sich Spicker ehrenamtlich als sachkundiger Bürger im Planungs- und Umweltausschuss der Stadt Königswinter und koordiniert seit mehr als zehn Jahren den Arbeitskreis Stadtentwicklung der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen.

Bei der feierlichen Aushändigung der Ordensinsignien überbrachte Landrat Sebastian Schuster auch die Glückwünsche des Ministerpräsidenten Hendrik Wüst und des Regierungspräsidenten Dr. Thomas Wilk.

„Können Sie denn davon leben?“ – „Nein, aber dafür.“, dieses Motto seiner Website gebe die Motivation seiner Tätigkeit wieder, so Friedemann Spicker.

Der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland

Der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ist die einzige und damit höchste allgemeine Verdienstauszeichnung. Er wurde 1951 als Instrument des Dankes für herausragendes Engagement zum Wohle der Allgemeinheit vom damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss gestiftet und wird seitdem durch den amtierenden Bundespräsidenten verliehen – bis heute über 260.000 Mal.

Den Verdienstorden gibt es in acht verschiedenen Stufen: Als Erstauszeichnung wird im Allgemeinen die Verdienstmedaille oder das Verdienstkreuz am Bande verliehen. Als weitere Ausführungen folgen das Verdienstkreuz 1. Klasse, das Große Verdienstkreuz, das Große Verdienstkreuz mit Stern, das Große Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband, das Großkreuz und die Sonderstufe des Großkreuzes.