Wirtschaft

Elektrostadtbusse werden den ÖPNV verändern

e.GO Mover
Thorsten Gollewski (ZF), Günther Schuh (e.GO) und Serkan Arslan (Nvidia) vor dem e.GO Mover auf der GPU Technology Conference in München (v.l.n.r.). © e.GO Mobile AG

Professor Günther Schuh, CEO der e.GO Mobile AG, stellte kürzlich anlässlich der NVidia GPU Technology Conference in München die Markteinführungspläne zum Elektrostadtbus e.GO Mover vor. Ein Mann, eine Vision. Doch dahinter steckt ein Cluster, der an der RWTH Aachen für Furore sorgt. Wissenschaftler setzen der Autoindustrie eine Nase auf. Sie zeigen, dass Fortschritt machbar ist. Die Elektromobilität ist das herrschende Thema. Ab 2019 soll die Serienproduktion starten. Die Basisversion des People Movers ist voraussichtlich zu einem Preis ab circa 60.000 Euro zu kaufen.

Der Elektrobus ist in der Größe vergleichbar mit einem SUV, befördert bis zu 15 Personen und ermöglicht aufgrund seines günstigen Preises einen wirtschaftlichen on demand-Verkehr. Dies erweitert das klassische Öffentliche-Personen-Nahverkehrs-Angebot, indem Fahrgäste über mobile Dienstleister, unabhängig von Haltestellen, die E-Busse nutzen können. Aus der Schmiede der Aachener Entwickler stammen auch der kleine e.Go als Privatfahrzeug sowie der StreetScooter, den die Deutsche Post verstärkt als Zustellauto einsetzt in Innenstädten einsetzen wird.

Automatisiertes Fahren ist schon möglich

Was wird dann aus den Arbeitsplätzen, in der Produktion, die für E-Mobile bei Weitem nicht so viele Arbeitskräfte benötigt wie im Fahrzeugbau für Verbrennungsmotoren.  Das können Roboter eben besser.   Wer sitzt anfangs noch am Steuer? Wohin mit den verbrauchten Batterien? Fragen, die noch zu klären sind. Dennoch wird die Digitalisierung unaufhaltsam Einzug in unsere Gesellschaft halten.

Die e.GO MOOVE GmbH sagt: Der elektrisch betriebene e.GO Mover fährt innerstädtisch bis zu zehn Stunden lokal emissionsfrei und kann zusätzlich mit einem Range Extender ausgerüstet werden. Ein Range Extender ermöglicht durch zusätzliche Aggregate eine größere Reichweite. Der Elektrostadtbus fährt geräuscharm und kann aufgrund seiner kompakten Größe nahezu jede innerstädtische Route fahren. Die Basisversion ist 2,50 Meter hoch und wird von einem Busfahrer gefahren (Level 0 Automatisierung). Mit der Basisversion können sich die Städte und Gemeinden auf den autonomen Fahrbetrieb ohne Fahrer sukzessive vorbereiten. Eine 1,95 Meter hohe Fahrzeug-Version ist für Privatkunden, Handwerker und Einzelhändler verfügbar. Geplant sei schon für 2019 voraussichtlich 400 People Mover auszuliefern.

Spätestens 2021 möchte die sich in Gründung befindliche e.GO MOOVE GmbH, ein Joint Venture der e.GO Mobile AG und der Zukunft Ventures, einem Tochterunternehmen des Technologiekonzerns ZF Friedrichshafen AG – in Kooperation mit NVidia – den People Mover hochautomatisiert fahrend anbieten. Für diese Level 4 Automatisierung ist kein Fahrer mehr notwendig. ZF liefert für den e.GO Mover die notwendigen Sensoren, die ZF ProAI als zentrale Rechen- und Steuereinheit, basierend auf NVidia-Technologie, den elektrischen Antrieb sowie unter anderem Achsen, Bremsen und Lenkung. (ff)